Zunächst Guthabenzins und Sollzins auseinanderhalten
Ein positiver Bankbestand kann Guthabenzinsen verdienen, wenn dies vertraglich vorgesehen ist. Für die Nutzung eines eingeräumten Kredits können dagegen Sollzinsen entstehen. Beides lässt sich zeitanteilig rechnen, verwendet aber unterschiedliche Beträge und vereinbarte Zinssätze.
Diese Anleitung betrachtet zunächst den positiven Bestand. Ein beworbener Tagesgeldsatz darf nicht ohne Weiteres als Girozinssatz eingesetzt werden. Prüfen Sie daher Produkt, Zeitraum und Guthabenstaffel, bevor die erste Zahl in die Rechnung eingeht. Auch eine gesonderte Kartenzahlungsvergütung gehört nicht in den Jahreszinssatz des Guthabens.
Die Jahresbasis aus den Kontobedingungen übernehmen
Bei der Methode act/365 werden tatsächliche Tage mit einer Jahresbasis von 365 verwendet. BBVA zeigt für ein gewöhnliches Jahr eine entsprechende taggenaue Berechnung des Giroguthabens. Der Jahresprozentsatz wird dafür auf einen einzelnen Tag heruntergerechnet.
C24 nennt in den Girokontobedingungen hingegen act/360 für Guthabenzinsen. Dabei zählen ebenfalls tatsächliche Tage, der Nenner beträgt aber 360. Diese Methoden dürfen nicht beliebig ausgetauscht werden. Schon bei identischem Guthaben und Prozentwert kann das Ergebnis deshalb leicht voneinander abweichen.
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Einen gleichbleibenden Abschnitt nachvollziehbar rechnen
Als frei gewähltes Beispiel dienen 2.400 Euro Guthaben, ein angenommener Jahreszins von drei Prozent und 30 Tage mit act/365. Die Rechnung lautet 2.400 mal 0,03 mal 30 geteilt durch 365. Daraus ergeben sich rund 5,92 Euro Bruttozins.
Bei act/360 wären es für dieselben Beispieldaten sechs Euro. Die geringe Differenz ist kein Rechenfehler, sondern folgt aus dem anderen Nenner. Für eine echte Abrechnung übernehmen Sie die vereinbarte Methode und vergleichen erst dann Ihren Rechenwert mit der ausgewiesenen Zinsgutschrift.
| Rechenschritt im Beispiel | Wert |
|---|---|
| Verzinsbares Guthaben | 2.400 Euro |
| Angenommener Zinssatz pro Jahr | 3 Prozent |
| Dauer | 30 tatsächliche Tage |
| Bei act/365 | 2.400 × 0,03 × 30 ÷ 365 ≈ 5,92 Euro |
| Bei act/360 | 2.400 × 0,03 × 30 ÷ 360 = 6,00 Euro |
Geldbewegungen und Zinsänderungen in Teilzeiträume zerlegen
Liegt der Betrag nur zehn Tage unverändert auf dem Konto und wird anschließend reduziert, endet dort der erste Rechenabschnitt. Für die restlichen Tage verwenden Sie den niedrigeren Bestand. Die einzelnen Beträge werden am Ende addiert; ein späterer Kontostand ersetzt nicht die früheren Tagesbestände.
Dasselbe Vorgehen gilt, wenn ein Aktionszins ausläuft oder eine Staffelgrenze überschritten wird. Bei unterschiedlichen Zinssätzen kann auch das Guthaben selbst in getrennte Teile aufzuteilen sein. Eine solche Staffel ist etwas anderes als ein Höchstbetrag, oberhalb dessen überhaupt keine Verzinsung erfolgt.
Wertstellung, Rundung und Gutschrift kontrollieren
Buchungsanzeige und der für die Verzinsung maßgebliche Zeitpunkt können auseinanderfallen. Ziehen Sie deshalb die Wertstellungsangaben und die konkreten Bedingungen heran. Bei einer Abweichung ist zuerst zu klären, welcher Tagesbestand tatsächlich in die Berechnung eingegangen ist.
Auch die Rundung und der Abrechnungszeitpunkt beeinflussen den sichtbaren Betrag. Monatliche oder quartalsweise Gutschrift bedeutet nicht, dass nur ein einziger Monats- oder Quartalsendbestand vergütet wird. C24 beschreibt beispielsweise besondere Berechnungs- und Gutschriftzeitpunkte zum Quartalsende; eine überschlägige Rechnung bleibt entsprechend gekennzeichnet.
Von der Bruttorechnung zur persönlichen Auszahlung kommen
Ein Steuerabzug kann die gutgeschriebene Summe gegenüber dem ermittelten Bruttozins vermindern. Ob ein Freistellungsauftrag oder andere persönliche Voraussetzungen berücksichtigt werden, wird in der eigenen Abrechnung kontrolliert. Ein bereits ausgeschöpfter Freistellungsrahmen steht nicht erneut unbegrenzt zur Verfügung.
Kontogebühren werden für den wirtschaftlichen Gesamtvergleich zusätzlich abgezogen, verändern aber nicht rückwirkend die mathematische Bruttozinsformel. Trennen Sie diese Schritte. So lässt sich bei einer Rückfrage genau benennen, ob die Differenz aus Zinstagen, vergütetem Bestand, Besteuerung oder weiteren Kosten stammt.
Häufige Fragen: Girokonto-Zinsen berechnen: Tagesbestände statt nur Anfangsguthaben
Kann ich einfach den letzten Kontostand mit dem Jahreszins multiplizieren?
Bei wechselnden Beständen müssen die jeweiligen Zeitabschnitte und Beträge berücksichtigt werden.
Warum teilt eine Bank durch 360 und eine andere durch 365?
Die vereinbarte Zinsmethode bestimmt die Jahresbasis; beide Zahlen können zu unterschiedlichen Vertragsregeln gehören.
Ist eine monatliche Auszahlung gleichbedeutend mit einem Monatszinssatz?
Ein mit p. a. bezeichneter Satz bleibt jährlich angegeben und wird zeitanteilig berechnet.
Was prüfe ich bei einer zu kleinen Gutschrift zuerst?
Vergütetes Guthaben, Wertstellung, Methode und Steuerabzug helfen, die Abweichung einzugrenzen.
