Drei verschiedene Funktionen hinter drei Kontobezeichnungen
Das Girokonto wickelt den alltäglichen Zahlungsverkehr ab: Geldeingang, Rechnungen, Karteneinkäufe und Lastschriften. Im Depot werden die Wertpapiere verwahrt. Der zugehörige Geldbetrag für einen Kauf wird dagegen über das vorgesehene Verrechnungskonto abgerechnet.
Das Referenzkonto bezeichnet einen festgelegten Geldweg für Ein- oder Auszahlungen eines anderen Kontos. Es kann bei einer anderen Bank liegen. Ob es auch direkt für einen Sparplaneinzug verwendet werden darf, entscheidet der konkrete Depotanbieter.
Wenn Sie die Bezeichnungen im Antrag auseinanderhalten, vermeiden Sie eine häufige Fehlannahme: Ein angegebenes externes Girokonto muss nicht automatisch alle Wertpapierumsätze unmittelbar aufnehmen.
| Baustein | Aufgabe in einer getrennten Bankverbindung |
|---|---|
| Girokonto der Hausbank | Gehalt, Rechnungen und Überträge für die Geldanlage |
| Wertpapierdepot beim zweiten Anbieter | Verwahrung der gekauften Wertpapiere |
| Verrechnungskonto beim Depotanbieter | Geldseitige Abrechnung der Depotgeschäfte |
| Hinterlegtes Referenzkonto | Vorgesehene Verbindung für bestimmte Auszahlungen oder Einzüge |
Beispiel ING: Ein eigenes Verrechnungskonto gehört zum Depot
Bei der ING läuft die Geldabrechnung des Direkt-Depots über ein dort geführtes Girokonto oder Extra-Konto. Wer noch keine passende Verbindung hat, erhält bei der Depoteröffnung automatisch ein Extra-Konto als Verrechnungskonto.
Ein bereits vorhandenes ING Extra-Konto oder Girokonto kann bei der Eröffnung ausgewählt werden. Das Verrechnungskonto muss zur depotinhabenden Person gehören. Ihr Girokonto bei einer anderen Bank ersetzt diese konkrete Abrechnungsverbindung nicht einfach.
Für das Extra-Konto kann wiederum ein Girokonto bei einer anderen Bank in Deutschland als Referenzkonto dienen. So bleiben tägliches Banking und Depot getrennt, obwohl Geld zwischen beiden Verbindungen bewegt wird.
Das Girokonto für den Zahlungsalltag getrennt vergleichen
Die folgenden Girokontoangebote betreffen Ihren Zahlungsverkehr. Wenn Sie zusätzlich ein Depot wünschen, vergleichen Sie dessen Orderpreise, Sparpläne und Verrechnungskonto gesondert; ein Girokontoabschluss allein ist kein Depotauftrag.
comdirect
Girokonto Aktiv
Aktuelles Angebot: 36 Monate ohne Grundpreis
Zum Angebot →Voraussetzungen und konkreten Leistungsumfang im Antrag kontrollieren.
Geld für Kauf und Sparplan rechtzeitig am richtigen Ort bereitstellen
Prüfen Sie vor einer Order, von welcher Verbindung der Betrag tatsächlich abgebucht wird. Für einen Einzelkauf kann verfügbare Deckung auf dem Verrechnungskonto erforderlich sein, während ein Sparplan einen gesondert eingerichteten Einzug verwendet.
Ein eigenes Planungsbeispiel: Von 500 Euro auf dem Verrechnungskonto sind 300 Euro für einen bestehenden Auftrag vorgesehen. Für einen weiteren Kauf bleiben rechnerisch zunächst 200 Euro, sofern keine weiteren Belastungen oder Gebühren hinzukommen.
Bei der ING berücksichtigt die angezeigte Buying Power unter anderem offene Aufträge und den Saldo des Verrechnungskontos. Kurz zuvor per Lastschrift eingezogenes Geld kann zunächst noch nicht dafür verfügbar sein. Ein angezeigter Eingang ist daher nicht in jeder Situation sofort vollständig investierbar.
Verkaufserlöse sind nicht automatisch auf dem Gehaltskonto
Nach einem Verkauf oder einer Ausschüttung wird der Geldbetrag nach dem Abrechnungsweg des Depots gutgeschrieben. Wer seine Alltagsbank getrennt führt, muss gegebenenfalls anschließend eine Auszahlung oder Überweisung dorthin veranlassen.
Buchungsanzeige, Wertstellung und frei verfügbarer Betrag können zeitlich auseinanderliegen. Für eine unmittelbar fällige Miete ist deshalb ein noch nicht abschließend abgewickelter Wertpapierverkauf keine verlässliche Zahlungsreserve.
Lassen Sie einen angemessenen Betrag für anstehende Depotentgelte oder steuerliche Belastungen auf der vorgesehenen Verbindung. Die dafür nötige Reserve wird von der Liquidität für gewöhnliche Haushaltsrechnungen unterschieden.
Die Kosten beider Produkte statt eines Paketnamens vergleichen
Ein passendes Girokonto kann gute Karten- und Bargeldbedingungen besitzen, ohne das günstigste Depot für Ihren Wertpapierhandel zu bieten. Umgekehrt sagen günstige Sparpläne wenig über die Kosten täglicher Kontonutzung aus.
Vergleichen Sie deshalb getrennt: Kontoführung und Karten auf der einen Seite, Depotführung, Orderentgelte und die tatsächlich gewünschten Sparpläne auf der anderen. Auch ein kostenlos geführtes Depot kann kostenpflichtige Käufe oder bestimmte Zusatzleistungen haben.
Für ein nur wegen des Depots zusätzlich eröffnetes Girokonto müssen dessen eigenen Bedingungen erfüllt werden. Wenn kein weiterer Gehaltseingang vorgesehen ist, kann ein entsprechender Kontotarif schlechter passen als eine Lösung mit reinem Verrechnungskonto.
Kontoguthaben und verwahrte Wertpapiere unterschiedlich einordnen
Guthaben auf einem Bankkonto und Wertpapiere im Depot sind rechtlich unterschiedliche Positionen. Die reguläre gesetzliche Einlagensicherung beträgt 100.000 Euro je Person und Bank für die erfassten Einlagen; mehrere Konten dieses Instituts werden zusammengerechnet.
Verwahrte Wertpapiere gehören grundsätzlich den Kunden. Bei einer Bankinsolvenz kommt ihre Herausgabe beziehungsweise Übertragung in Betracht, soweit keine entgegenstehenden Rechte bestehen. Das schützt allerdings nicht vor Kursverlusten der Anlage.
Ein zweiter Anbieter kann die Bankverbindungen organisatorisch trennen. Ob damit auch Guthaben tatsächlich auf zwei rechtlich getrennte Institute verteilt sind, wird anhand der jeweiligen Vertrags- und Sicherungsangaben geprüft.
Beim Kontowechsel die Depotverbindung mit umstellen
Ändert sich Ihr tägliches Girokonto, kontrollieren Sie auch Referenzkonto und Sparplaneinzüge. Ein übersehener alter Zahlungsweg kann eine Abbuchung scheitern lassen, obwohl auf dem neuen Girokonto genug Geld liegt.
Testen Sie den geänderten Übertrag und beachten Sie bereits beauftragte Ausführungen. Die alte Verbindung wird erst geschlossen, wenn die betroffenen Zahlungswege umgestellt und noch erwartete Abrechnungen berücksichtigt sind.
Häufige Fragen: Girokonto und Depot bei verschiedenen Banken: Zahlungswege sauber trennen
Brauche ich bei jeder Depotbank ein zweites Girokonto?
Einige Anbieter verwenden ein eigenes Verrechnungskonto ohne zusätzliches allgemeines Girokonto. Bei der ING kann dafür ein Extra-Konto dienen.
Ist das Referenzkonto automatisch das Verrechnungskonto?
Die Begriffe bezeichnen unterschiedliche Funktionen. Ein externes Referenzkonto kann neben einem internen Verrechnungskonto bestehen.
Landet eine Dividende sofort auf meinem externen Girokonto?
Sie folgt zunächst dem vereinbarten Abrechnungsweg des Depots. Eine anschließende Auszahlung kann erforderlich sein.
Schützt die Einlagensicherung vor einem fallenden Aktienkurs?
Kursverluste sind keine Bankeinlagen und werden durch die Einlagensicherung nicht ausgeglichen.
