Verrechnung ist eine Aufgabe des Kontos, keine vollständige Produktbeschreibung
Beim Wertpapierkauf muss der Kaufpreis bezahlt, beim Verkauf ein Erlös gutgeschrieben werden. Dafür braucht das Depot eine zugeordnete Geldverbindung. Auch Erträge, Gebühren und gegebenenfalls Steuerabzüge werden in diesem Zusammenhang abgerechnet.
Die Bezeichnung Verrechnungskonto sagt zunächst, wo diese Geldseite geführt wird. Sie beantwortet nicht von selbst, ob eine Debitkarte dazugehört, eine Lastschrift eingezogen werden darf oder ein Arbeitgeber dorthin Gehalt überweisen soll.
Prüfen Sie daher die tatsächliche Kontobezeichnung und den Leistungsumfang. Eine technische Umsatzanzeige im Depotbereich macht ein eingeschränktes Abrechnungskonto nicht automatisch zu einem universell nutzbaren Girokonto.
Bei der ING können verschiedene eigene Konten die Rolle übernehmen
Für das ING Direkt-Depot wird ein eigenes ING-Girokonto oder ein Extra-Konto als Verrechnungskonto verwendet. Wenn noch keines vorhanden ist, wird bei der Depoteröffnung ein Extra-Konto für die Geldabwicklung eingerichtet.
Besteht bereits eine geeignete Kontoverbindung bei der ING, kann bei der Eröffnung die Zuordnung ausgewählt werden. Das Verrechnungskonto muss der depotinhabenden Person gehören.
Das Beispiel zeigt die begriffliche Trennung: Ein Girokonto kann neben seinem Zahlungsverkehr eine Verrechnungsaufgabe übernehmen. Das alternativ verwendete Extra-Konto bleibt dagegen ein anderes Produkt mit eigenen Verfügungsregeln.
| Konstellation | Was sie für die Kontofunktion bedeutet |
|---|---|
| Girokonto als Depot-Verrechnungskonto | Ein Produkt kann zwei unterschiedliche Aufgaben erfüllen |
| Gesondertes Verrechnungskonto | Zahlungsfunktionen können auf die Depotabwicklung begrenzt sein |
| Extra-Konto als Verrechnungskonto | Sparprodukt und Depotabrechnung werden verbunden |
| Externe Bank als Referenzkonto | Auszahlungsziel ist von der direkten Depotabrechnung zu unterscheiden |
| Eigene IBAN ohne Zahlungsfunktionen | Die Nummer allein garantiert keinen gewöhnlichen Alltagsverkehr |
Eine Giroverbindung mit möglicher Depotkombination prüfen
Bei einer Kombination aus Girokonto und Depot werden Zahlungsverkehr und Wertpapierabrechnung gemeinsam geplant. Prüfen Sie die konkrete Zuordnung und Preise des gewählten comdirect-Modells. Die nachfolgenden ING-Beispiele erläutern dagegen ausschließlich die dortige Kontofunktion.
comdirect
Girokonto Aktiv
Aktuelles Angebot: 36 Monate ohne Grundpreis
Zum Angebot →Voraussetzungen und konkreten Leistungsumfang im Antrag kontrollieren.
Guthaben, Buying Power und sofortige Auszahlung sind nicht identisch
Eine im Depot angezeigte Kaufkraft kann offene oder noch nicht abgerechnete Vorgänge berücksichtigen. Die Summe muss deshalb nicht exakt dem gerade sichtbaren Saldo eines einzelnen Geldkontos entsprechen.
Die ING nennt für die Buying Power beispielsweise offene Kauf- oder Sparplanorders und noch nicht abgerechnete Verkäufe als Einflussgrößen. Kurz zuvor per Lastschrift zugeführtes Geld kann ebenfalls noch nicht vollständig verfügbar sein.
Planen Sie eine notwendige Rechnung daher nicht allein mit einem angezeigten Depotwert. Wertpapierbestand, rechnerische Kaufkraft und tatsächlich auszahlbares Geld sind verschiedene Angaben. Ein Verkauf und die sichere Verfügbarkeit des Erlöses können zeitlich auseinanderfallen.
Den Weg vom Depoterlös zur Haushaltsrechnung vollständig verfolgen
Liegt der Erlös auf einem Konto mit eingeschränkten Auszahlungswegen, folgt zunächst die Übertragung auf die dafür zugelassene Bankverbindung. Erst von dort wird die eigentliche Haushaltsrechnung bezahlt.
Beim ING Extra-Konto gehen Auszahlungen auf das hinterlegte Referenzkonto. Dass Geld von verschiedenen Konten eingehen kann, bedeutet nicht umgekehrt, dass beliebige direkte Zahlungen vom Extra-Konto möglich sind.
Prüfen Sie vor einer größeren Ausgabe den vorgesehenen Transferweg und die tatsächliche Verfügbarkeit. Eine rechtzeitig vorbereitete Umbuchung ist verlässlicher als die Annahme, jede im Depot sichtbare Summe könne sofort an einen Händler überwiesen werden.
Bei einer Kontoänderung die Verknüpfung zum Depot mitprüfen
Wenn Sie ein Girokonto schließen oder durch eine neue Verbindung ersetzen, klären Sie vorher seine Rolle für das Depot. Ein noch benötigtes Verrechnungskonto wird nicht versehentlich mitgekündigt.
Speichern Sie die bisherige Zuordnung und lassen Sie die neue Verbindung im vorgesehenen Verfahren einrichten. Prüfen Sie anschließend den tatsächlichen Status. Eine neue IBAN im privaten Adressbuch ändert keine bankseitige Depotverknüpfung.
Beachten Sie außerdem offene Orders, Sparpläne und laufende Ertragszahlungen. Die Depotverwaltung und der Umzug alltäglicher Lastschriften können unterschiedliche Aufträge erfordern.
Häufige Fragen: Ist ein Verrechnungskonto ein Girokonto? Depotabwicklung und Alltagszahlungen trennen
Ist jedes Verrechnungskonto ein normales Gehaltskonto?
Die Abrechnungsfunktion allein sagt nicht, ob gewöhnlicher Zahlungsverkehr zugelassen ist.
Kann ein Girokonto gleichzeitig Verrechnungskonto sein?
Ja, wenn die Bank diese Zuordnung für das betreffende Produkt vorsieht.
Ist der gesamte Depotwert frei auf dem Verrechnungskonto verfügbar?
Wertpapiere, Kaufkraft und tatsächlich verfügbares Geld werden getrennt betrachtet.
Ändert meine neue IBAN automatisch die Depotverknüpfung?
Die Änderung muss über den vorgesehenen Bankauftrag bestätigt werden.
